Rückschritt durch Technik
Nach dem tollen Wochenende am Nürburgring gingen wir dieses Wochenende am Lausitzring an den Start. Doch das komplette Wochenende sollte von der Technik unseres Autos bestimmt werden. Mehr als 2 Punkte sprangen am Ende nicht dabei raus.
Am Freitagmorgen hatten wir unser erstes freies Training und schon nach wenigen Runden bemerkte ich, dass ich auf den langen Geraden am Eurospeedway Lausitz mit meinen Kontrahenten nicht mithalten konnte. Die Datenaufzeichnung verriet uns dann, dass uns zwischen 12 und 15 km/h fehlten. Da der Fehler nicht gleich gefunden werden konnte, beendeten wir das Training mit fehlender Leistung auf Platz 14.
Fürs zweite Training haben wir einige Teile gewechselt und gehofft das Problem gefunden zu haben. Doch dem war nicht so und so mussten wir dieses Training auf einem 10. Platz beenden. Das Fahrwerk des Autos hatten wir soweit gut abgestimmt und wir hofften nun für das Zeittraining den Fehler zu finden.
Doch auch nachdem wir fast die komplette Elektronik gewechselt hatten realisierte Harald Becker, welcher das erste der beiden Zeittrainings fuhr, dass das Auto immer noch mit „angezogener Handbremse“ unterwegs war. Er gab zwar alles, aber mehr als ein zwölfter Platz sprang dabei nicht heraus. Zu allem Überfluss gab das Getriebe in der Einführungsrunde meiner Qualifyingsession auch noch den Geist auf und ich konnte keine gezeitete Runde fahren, was den letzten Startplatz bedeutete. So hieß es für die Mechaniker in der dreistündigen Pause zwischen Qualy und Rennen sowohl Getriebe als auch den unbekannten Fehler zu beheben.
Das Getriebe konnte gewechselt werden doch die 12 km/h fehlten uns immer noch und so versuchte Harry alles am Start und in der ersten Runde zu gewinnen und anschließend die Gegner hinter sich zu halten. Dies gelang ihm auch und so kam er auf dem zehnten Platz nach der ersten Runde wieder. Nach etwa 35 Minuten kam er dann in die Boxengasse und ich übernahm das Steuer und konnte uns noch zwei Positionen nach vorne schieben. Dies bedeutete 2 Punkte da noch ein Gaststarter, welcher nicht Punkteberechtigt ist vor uns ins Ziel einlief. Da die Konkurrenten um die Meisterschaft auf Platz 1 und 3 ins Ziel kamen, war dieser Zug schon fast abgefahren. Dennoch hieß es für die Mechaniker vom Team Argo-Racing den technischen Fehler zu lokalisieren. Und so fanden wir ihn abends dann auch. Ein Ventil war defekt, doch dies war von außen nicht zu erkennen. Erst nach einigen Tests konnten wir dies feststellen.
Am Sonntag ging ich also hoch motiviert in das zweite Rennen. Und es ging auch gleich gut los. Innerhalb von 2 Runden konnte ich 11 Positionen gut machen. Doch dann gab es wohl einen kleinen Schubser von hinten und ich konnte den Lamborghini Gallardo nicht mehr auf der Straße halten und rutschte rückwärts in die Betonmauer. Dadurch war der Flügel total verbogen und wirkte alles andere als aerodynamisch. Doch mit einer ordentlichen Portion Wut im Bauch fuhr ich das Auto wieder auf Platz 9 nach vorne. Nach dem Fahrerwechsel fuhr ein Aston Martin meinem Kollegen Harald dann noch ins Auto, was uns auf Platz 13 zurückwarf. Der Aston Martin wurde zwar bestraft, aber das nutzte uns nicht viel.
In 2 Wochen geht es zum Saisonfinale an den Sachsenring. Hier wollen wir nochmals zeigen was wir können und den dritten Platz in der Gesamtwertung wieder zurückholen.
-Frank Kechele