Ein Podium in Japan

26.10.2008 – Nach meiner zweiten Position im Zeittraining hätte ich mir eigentlich mehr als acht Punkte ausgerechnet, aber als es am Sonntag anfing zu regnen kam leider alles anders. Ich konnte im ersten Rennen zwar Zweiter werden, wurde aber im zweiten Rennen von Thompson von der Strecke geräumt.

Zusatztraining Freitag
Eine tolle neue Strecke haben wir hier in Japan vorgefunden. Alles top gepflegt und eine super Streckenführung. Ich habe mich dann auch gleich recht wohl gefühlt. Mein Auto hatte eine tolle Balance, hat aber nicht genügend Gripp aufgebaut. Außerdem habe ich eine etwas zu lange Hinterachse im Auto gehabt, die wir versuchen mussten, weil wir von dieser neuen Strecke noch keine Daten hatten. Ich konnte mich als achter aber trotzdem einigermaßen aus der Affäre ziehen.

Erstes Freies Training
Samstagmorgen wurde es dann das erste Mal ernst. Alle mussten mit neuen Reifen anfangen und so sollten wir eher wissen wo wir stehen. Die Seats haben sich natürlich mal wieder zurückgehalten. Mein Auto hatten wir für den Freitag etwas härter gemacht, um die Reifen etwas stärker herzunehmen. Auch in diesem Training fühlte sich mein Auto klasse an. Ich war diesmal sogar Zweitschnellster, allerdings hinter meinem Teamkollegen Augusto Farfus.

Zweites Freies Training
In diesem Training war ich Fünfter, allerdings Zweitschnellster, der keine neuen Reifen benutzt hat. Wir haben das Auto noch ein wenig mehr in Richtung hart gebaut und es wurde immer besser. Die Reifen haben am Ende des Trainings nur ein wenig angefangen abzubauen und so war weitere Feinarbeit nicht wirklich möglich.

Qualifying
Mit dem Zeittraining war ich diesmal wieder recht zufrieden. Mit meinem ersten Satz Reifen konnte ich mich als dritter qualifizieren, bin allerdings drei Runden gefahren, um zu sehen, wie schnell die Reifen im Rennen abbauen würden. Mit dem zweiten Satz Reifen bin ich in der ersten Runde in den Verkehr gekommen und mit der zweiten fliegenden Runde konnte ich meine Zeit nicht verbessern, da die Reifen nicht mehr so viel Gripp hatten. Mit meinem dritten und letzten Satz Reifen konnte ich dann noch mal richtig einen raushauen, und mich in die erste Reihe auf den zweiten Platz vorschieben. Mein Teamkollege stand auf der Pole Position was eine komplette erste Reihe für Schnitzer Motorsport war.

Warm Up
Auch im Warm Up waren die BMW wieder gut. Ich habe ziemlich im Verkehr gesteckt und konnte nur zwei freie Runden fahren. Trotzdem war ich am Ende dieses Trainings vierter und unter den ersten fünf waren vier BMW. Die Ausgangslage war also auch im Regen hier in Okayama recht gut.

Erstes Rennen
Mein Start war gut und ich konnte die erste Kurve außen neben Augusto, meinem Teamkollegen, anbremsen. Als der sich verbremste und Menü mit ins Aus nahm, konnte ich in Kurve zwei in Führung gehen. Ich konnte mich die ersten sechs Runden schön vom Feld absetzen und hatte mit einem recht einfachen Sieg gerechnet. Ab der sechsten Runde fingen dann aber meine Reifen an abzubauen und meine Pace wurde immer langsamer. Von hinten kam Rydell mit riesen Schritten näher und drei Runden vor Schluss konnte ich ihn nicht mehr hinter mir halten. Mein Auto rutschte immer mehr und meine Rundenzeiten rutschten richtig ab. Von hinten kam Andy Priaulx noch näher, aber ich konnte einen zweiten Platz mit nach Hause nehmen.

Zweites Rennen
Wir hatten uns entschieden das zweite Rennen auf Slicks zu starten, was für das Rennen mit Sicherheit die richtige Entscheidung war. Beim Start sind mir allerdings gleich drei Autos mit Regenreifen vorgefahren und in der ersten Kurve war ich dann komplett eingeklemmt. Ich habe sie von rechts und links auf die Achsen bekommen und war auf einmal Dreizehnter. Ich habe dann gekämpft und konnte mich wieder auf Platz zehn vorarbeiten, als mich James Thompson bei seinem Drang noch vorne auf die Schippe nahm und ich mich ins Kiesbett drehte. Das war es dann für Lauf zwei, obwohl die Voraussetzungen nicht schlecht waren, auch im zweiten Rennen in die Punkte zu fahren.

Schön war der zweite Platz in Lauf eins, aber es hätten mehr Punkte werden können. Jetzt geht’s weiter nach Macao, einer meiner Lieblingsstrecken. Hoffentlich gibt es da noch mal einen schönen Erfolg!

Also bis bald,
Euer Jörg

Quelle: jorg-muller.com

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