Das zweite Saisondrittel – Rückblick Teil 2

Das fünfte Rennen der Saison war zugleich der Saisonhöhepunkt: der Norisring in Nürnberg. Ein toller, enger Stadtkurs, 140.000 Fans und zeitgleich das Finale der Fußball-Europameisterschaft – wenn ich daran zurückdenke kribbelt es heute noch. Spontan habe ich meinen Helm im Fußballdesign umgestalten lassen, schließlich wollte ich so unserer Nationalelf die Daumen drücken. Und mir schien diese Optik auch wunderbar zu helfen.

In Nürnberg fuhr ich meine bis dato beste Qualifikation mit Platz 12 und enger Tuchfühlung nach vorn. Das Rennen sollte aber noch besser werden: Vor den vollbesetzten Tribünen bei brütender Hitze fuhr ich schnell bis auf Rang 9 vor. Dort konnte ich mich lange halten und vielleicht war sogar Platz 8 und somit mein erster Punkt möglich, doch gegen Rennende machten sich Bremsprobleme bemerkbar. Am Norisring ist das immer ein sehr heikles Thema, wie man auch bei Ralf Schumacher gesehen hat, als er mit defekten Bremsen ins Aus rutschte. Am Ende kam ich als neunter – und damit das erste Mal in den Top 10 – ins Ziel.

Aus dem Frankenland ging die Reise ins holländische Zandvoort. Nach dem Erfolg in Nürnberg entwickelte sich dieses Wochenende leider zu einer Enttäuschung. Platz 17 im Qualifying und viel Pech im Rennen, das ich als 14. beendete. Ein Ergebnis, mit dem ich definitiv nicht zufrieden war. Ich habe versucht möglichst schnell aus meinen Fehlern und der Enttäuschung zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen. Schließlich stand kurze Zeit später der Nürburgring im Saisonplan.

Der Lauf in der Eifel sollte als das „Chaos-Rennen 2008“ in die Geschichte der DTM eingehen. Über sechs Jahre war ich nicht mehr hier. Trotzdem habe ich mich sehr schnell auf der Piste zurecht gefunden. In einem verrückten Qualifying mit sehr schwierigen Wetterbedingungen behielt ich die Nerven und schloss die Session auf Rang 8 ab. Mit großer Motivation und dem Ziel hier meinen ersten Punkt einzufahren, ging ich dann an den Start. Unglücklicherweise ließ sich Tom Kristensen als Polesitter in der Einführungsrunde sehr viel Zeit. Alle dahinter fahrenden Autos mussten mit steigenden Motortemperaturen kämpfen.

Kurz nach dem Start war es meinem Aggregat dann zu heiß und aus Sicherheitsgründen schaltete die Elektronik den Motor ab. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich wieder starten konnte und als Letzter dem Feld hinterher jagte. Doch so leicht wollte ich nicht aufgeben. Nach wenigen Runden hatte ich wieder den Anschluss gefunden und mich an einigen Kollegen vorbeigekämpft. Das ging so lange gut, bis Katherine Legge ein Manöver fuhr, das ich bis heute nicht verstehe: in der Coca-Cola-Kurve war ich innen neben ihr, doch sie kam immer näher, bis wir uns schließlich trafen und ich ins Kiesbett flog. Hinterher sagte sie, sie wollte an die Box, das war aber definitiv nicht möglich.

Es folgte die einmonatige Sommerpause. Zeit, etwas zu entspannen und Freunde und Familie zu besuchen. Ähnlich wie jetzt in der Winterpause. Ich nutze die Gelegenheit ein wenig Urlaub zu machen und Kräfte für die nächste Saison zu sammeln. Weihnachten werde ich im Kreis meiner Familie verbringen und wo ich Sylvester feiere steht noch nicht fest – das lasse ich auf mich zukommen.

Ich wünsche allen meinen Fans eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins nächste Jahr. Im Januar folgt dann der dritte und letzte Teil meines Saisonrückblicks. Vielleicht kann ich Euch dann auch schon sagen, wie es mit mir im kommenden Jahr weitergeht,

Euer Maro.

Quelle: maroengel.com

Hinterlasse eine Antwort