Driver’s Diary – Maro Engel:Großes Finale meiner ersten Saison

Rückblick Teil 3

Zurück aus dem eisigen Winter und mit einer schönen Zeit mit Weihnachten und Silvester im Gepäck, möchte ich nun auf das letzte Saisondrittel blicken und einen kleinen Ausblick für 2009 wagen. Zunächst einmal hoffe ich, dass Ihr alle gut ins neue Jahr gestartet seid. Ich habe bereits mein Training wieder aufgenommen, doch dazu später mehr.

Mit DTM-Lauf Nummer acht kam der Rennzirkus an eine für mich altbekannte Strecke: Brands Hatch. Hier bin ich noch ein Jahr zuvor in der Formel 3 gefahren und ganz ehrlich: ich fühlte mich wie zu Hause. Der Kurs ist kurz und nicht einfach zu fahren, aber in den Trainings fühlte ich mich richtig wohl und konnte erneut als bester Jahreswagenpilot ins Qualifying gehen. Dabei hatte Gary Paffet etwas mehr Glück und schlug mich knapp. Das ganze Team machte sich zurecht große Hoffnungen für den Sonntag. Doch im Rennen kam alles dann ganz anders. In der zweiten Kurve wurde ich gleich mal im Zweikampf umgedreht und musste mich hinten einreihen. In der Box folgte dann beim Reifenwechsel die nächste Ernüchterung, als der Schlagschrauber vorne rechts kaputt ging. Ich habe weder mir, noch dem Team etwas vorzuwerfen, manchmal muss man akzeptieren, dass das Glück nicht immer da ist.

Von England führte uns der Rennkalender ins spanische Barcelona. Hier war ich noch nie. Somit galt es zu aller erst mir die Strecke einzuprägen, was mir innerhalb weniger Runden im Training gelang. Im Qualifying war erneut Gary Paffet mein Maßstab, dem ich mich knapp geschlagen geben musste, Grund genug hoch motiviert ins Rennen zu gehen. Ärgerlicher war dagegen der schleichende Plattfuß ab der fünften Runde, der mich zu einem Extra-Boxenstopp zwang.

Es folgte in Le Mans ein Wochenende mit sehr gemischten Gefühlen. Im Training unterlief mir ein kleiner Fahrfehler, der sich gravierend auswirkte. Das Heck meiner C-Klasse war komplett zerstört. Das war schon ein ziemlich böser Anblick der sich meinen Mechanikern bot. Sie haben die ganze Nacht fantastische Arbeit geleistet und als ich morgens in die Box kam, sah das Auto aus, als wäre nichts passiert – unglaublich. Die Jungs sind einfach die besten, das muss auch mal gesagt werden. Im Warm-Up folgte dann das nächste Problem mit einem Sensor. Bis kurz vorm Start wurde an dem Auto gearbeitet, ich dachte schon, dass es die Mechaniker diesmal nicht rechtzeitig schaffen würden, doch sie belehrten mich eines besseren. Leider konnte ich es ihnen nicht mit einem guten Ergebnis zurückzahlen, denn in dem Chaos mit nasser und trockener Piste kam ich gleich fünfmal zum Reifenwechsel an die Box.

Mit diesen drei eher negativen Erlebnissen reiste ich zum Finale nach Hockenheim. Hier wollte ich meinem Team und Euch, meinen Fans, noch einmal zeigen, was in mir steckt. Spannend war für mich auch zu sehen, wie sehr ich mich zum Saisonstart gesteigert hatte. Ganze 0,5 Sekunden war ich durchschnittlich pro Runde schneller unterwegs, eine deutliche Verbesserung. Und auch beim finalen Rennen sollte das Glück wieder zurückkehren. Mit Gary Paffet und Alexandre Prémat lieferte ich mir einen heißen Dreikampf. Ich konnte stetig Druck auf Gary machen, musste aber gleichzeitig aufpassen, dass mich Prémat nicht überholt. Das war Racing pur und hat wirklich Spaß gemacht. Ich denke wir drei haben dem Publikum eine tolle Show geboten.

Alles in allem bin ich mit meiner ersten Saison in der DTM ganz zufrieden. Immerhin fuhr ich die meisten schnellsten Runden der Mercedes-Jahreswagen. Dennoch weiß ich, dass ich mich steigern kann und muss. Deshalb habe ich auch direkt nach einem kurzen Urlaub wieder mit dem Training begonnen. Fitness steht jetzt an erster Stelle. Wie es 2009 weitergeht kann ich leider noch nicht definitiv sagen, aber ich sehe der Zukunft positiv entgegen. Sobald ich mehr weiß, werde ich es hier schreiben. Ich bin mir sicher: wir sehen uns an der Rennstrecke

Euer Maro.

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