Frank Kechele – Rennbericht Oschersleben

caroDer Start in die neue Saison der ADAC GT Masters fand in Oschersleben statt, jedoch nicht wie eigentlich geplant mit dem Audi sondern mit dem Lamborghini vom letzten Jahr. Da der Audi noch einige Fehlerchen hat konnte Audi das Auto noch nicht ausliefern und wir mussten mit dem Lamborghini starten. Da über den Winter an diesem Auto nichts entwickelt wurde, fuhr ich mit einem mulmigen Gefühl in die Magdeburger Börde. Mit meinem neuen jungen Teamkollege Kuba Giermaziak, welchen ich aus meiner Zeit in der Formel Renault kannte war ich mir sicher, dass wir ganz gut aufgestellt sein sollten. Der 18-jährige Pole konnte vor dem Rennen jedoch erst 30 Runden auf dem Lamborghini drehen. So ein GT3 ist doch etwas komplett anderes wie ein Formel Renault, Kuba kam aber gut mit dem Auto zurecht.

Im ersten freien Training fuhr ich die ersten Runden um zu checken ob am Auto alles in Ordnung ist. Nach einem kurzen Stopp in der Box, ging ich erneut auf die Strecke und fuhr sofort die schnellste Zeit. Danach übergab ich an meinen Kollegen, sodass er noch möglichst viele Runden drehen konnte. Auch er kam gut klar und nach dem Training hatte das ganze Team ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht, da wir dieses Training auf dem ersten Platz beenden konnten.

Für das zweite Training hatten wir noch einen Satz neue Reifen zur Verfügung den ich am Ende des Trainings fahren sollte. Bis dahin fuhr Kuba um noch mehr Vertrauen zum Auto zu bekommen. Nach einem Stopp mir Fahrer- und Reifenwechsel, fuhr ich erneut die schnellste Zeit. Danach konnte dann Kuba Giermaziak noch ein paar schnelle Runden drehen. Auch hier standen wir am Ende wieder ganz oben auf der Ergebnisliste. Somit konnten wir durchaus zuversichtlich ins Zeittraining gehen.

Das erste der beiden Qualifyings fuhr Kuba. Wir warteten ca. 6 Minuten und dann ließen wir ihn seine Runden drehen. In der dritten Runde konnte sich Kuba dann auf die erste Position schieben. Er wurde zwar kurz vor Schluss noch von einer Corvette verdrängt jedoch waren wir mit seiner Leistung sehr zufrieden. „Bis auf ein paar kleine Fehler bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden“ so Kuba.

Das zweite Qualifying fuhr dann ich. Wieder warteten wir einige Minuten um kurz vor Schluss dann auf die Strecke zu fahren. In meiner dritten Runde fuhr ich dann mit 1.28,3 die schnellste Zeit welche auch nicht mehr getopt wurde. Mit 7 Zehntel Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten ist mir doch eine sehr gute Runde gelungen. Die Zeit war über eine Sekunde schneller als die schnellste Zeit des letzten Jahres.

Für das Rennen nahmen wir noch ein paar kleine Änderungen vor um die Reifen gut über die Distanz zu bekommen. Das war nämlich immer unser großes Problem im letzten Jahr.
Am Sonntagnachmittag ging es in das erste Rennen. Kuba startete von seiner zweiten Position legte Kuba einen guten Start gegen die um ihn fahrenden Corvettes und Ford GT’s hin, die PS-technisch klar überlegen sind. Bis zur dritten Runde hielt er seine Position, machte dann allerdings einen Fahrfehler und fuhr in die Reifenstapel. „Ich habe das Auto nicht richtig eingeschätzt. Ich hatte ein ausbrechendes Heck, wollte dieses abfangen und das allerdings genau in dem Moment als das ESP eingegriffen hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet. Deshalb bin ich von der Strecke abgekommen“ meinte Giermaziak zu seinem Unfall. Er ist ein junger Fahrer, solche Fehler können da noch passieren. Schade war es natürlich da wir auf einer guten zweiten Position unterwegs waren.

In der Nacht von Sonntag auf Montag hatten die Mechaniker des Teams Argo Racing alle Hände voll zu tun um das Auto wieder fit zu bekommen. Nach einer langen Nacht stand das Auto wieder. Zwar war es nicht wieder zu 100% fit, aber wir konnten starten. Ich hatte ein wenig bedenken, dass mich die Corvette auf der langen Gerade zur ersten Kurve überholen könnte, aber ich konnte meinen Kontrahenten austricksen und blieb somit vorne. Schon in der ersten Runde merkte ich, dass ich massives Unersteuern hatte. Das heißt, dass das Auto über die Vorderachse „schiebt“. Für 10 Runden hatte ich einen intensiven aber sehr fairen Kampf mit der Corvette, musste sie aber dann ziehen lassen. Nach ungefähr 30 Minuten stand dann der Fahrerwechsel an. Hier lief alles Reibungslos. Kuba musste dann noch einen Platz gegen den sehr starken Porsche preis geben, aber nach den 60 Minuten Renndistanz hatten wir uns erstes Podium dieses Jahr gesichert. Auch wenn eigentlich mehr drin gewesen wäre, müssen wir nach dem Unfall gestern sehr froh mit diesem dritten Platz sein.

In der Gesamtwertung liegen wir nun auf dem vierten Platz, hinter der Corvette, dem Porsche und unserem zukünftigen Gefährt dem Audi R8 GT3 LMS. Das nächste Rennen ist in 4 Wochen im holländischen Assen. Unter www.frank-kechele.de findet ihr am Rennwochenende nach jedem Training und Rennen einen Audiokommentar von mir. So seid ihr immer auf dem neusten Stand.

Mit sportlichen Grüßen

Frank Kechele

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